Der letzte Schritt

Der letzte Schritt der kulturellen Evolution ist die geschichtliche Zeit.

Die Menschheit scheint immer mehr auf den Trichter gekommen zu sein, dass es auch für diejenigen mit überwiegend „bösen“ Ego-Interessen das Sinnvollste ist, allianzfähig zu sein und die Kräfte mit anderen Akteuren zu kombinieren (https://www.resilience.org/stories/2015-12-22/the-key-to-human-history-ultrasociality/) . 

Das Talent dazu hat die Menschheit, auch wenn das 1 %-Phänomen der antisozialen “Psychopathen” (definiert durch rund 20 Merkmale, zu denen auch „Gewissenlosigkeit“ gehört) die Story unnötig in die Länge zieht. Die demokratischen Talente der Menschheit sind letztlich schlauer, weil dialogischer und korrekturfähiger.  

Auf das voluntaristische Gutsein als solches setze ich allerdings auch keine Hoffnung. Schon wegen der Zerrissenheit des menschlichen Herzens. In den Grubenlöchern des freien Willens zerren Eigenvorteil, Gruppenvorteil und Gesamtvorteil an einem herum.

Warum? Folge des Reflexionsvermögens. Die extremen Positionen entstehen praktisch wie von allein, wenn das Reflektieren, d.i. das Wahrnehmen gegenläufiger Gründe, Positionen und anderer Menschen legitimer Interessen, schwachausgebildet ist. Oder sogar gar nicht.

Was vorwärts treibt, ist der Druck der Verhältnisse, reziprok zu denken und daraus logische Schlüsse zu ziehen. 

Den Fehler, Menschen einseitig zu betrachten, kann man kaum genug vermeiden. Das machen Zyniker, die ganze Blase der konservativen Pessimismisten und überhaupt die Anti-Fortschrittler.

“Philosophischer” Pessimismus gewandet sich sprachlich oft edel in alte römische Tücher. Ich halte ihn für die billigste Reaktionsform auf Missstände und Katastrophen. 

Die Herausforderung bleibt, sich der wahrscheinlich schwierigsten Aufgabe der Aufklärung zu stellen: der Selbstaufklärung des Menschen über sich selbst. 

Möglich, dass Menschen in einer einzigartigen Kulmination ihrer Fertigkeiten den Mars besiedeln, aber nicht verstehen, überhaupt nicht, was genau sie dahin treibt und ob es dafür nicht eine viel einfachere Lösung für die Wünsche gäbe.

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