Das stille Nachdenken gibt es vielleicht nicht

Dein Nachdenken kannst du nicht auf den Marsch schicken wie einen Trupp Soldaten, nicht hochrüsten, nicht beschleunigen.

Höchstens begünstigen durch Umhergehen, auf der Couch liegen, den Kopf in die Hand stützen oder Formen von hereinströmenden Reizen, die dich nicht unruhig machen, wofür lediglich das Betrachten von stummen Bildern und natürlich das Lesen infrage kommen.

Das stille Nachdenken gibt es, vielleicht, gar nicht, weil nur eine Floskel, höchstens in dem wörtlichen Sinn, dass jemand zwar mit sich selbst spricht, nur eben stumm wie im Schlaf, denn im stillen Nachdenken redet nur man selbst auf sich ein.

Dass der Mund geschlossen ist, darauf kommt es nicht an. Das laut sprechende Nachdenken hat hohe neuronale Entzündlichkeit, nicht weniger als das unhörbare Nachdenken. Die Lautlichkeit ist die Mutter von Struktur und Rhythmus. Sie kommt aus der Bewegung der Gedanken.

„Gerichtete Wellenfelder, phasenharmonische Teilchensprünge, Energieniveau-Identitäten. Ich sage Ihnen, wie es ist: Ich kann es Ihnen nicht erklären. Die Gedanken fliegen eben manchmal vorne zur Stirn heraus, statt durch den Mund. Akzeptieren Sie es, dann verstehen Sie es.“

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